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Stigmatisieren deutsche Firmen Mütter – ja häufig, aber zu Unrecht! Ein Plädoyer für die Kernkompetenzen von Working-Moms.

von Alexia Bergmann, 01.Dezember 2013

 

Wir können unsere eigenen Erfahrungen nicht mit offiziellen Zahlen belegen, aber die Geschichten, die wir von Müttern zu ihrer Rückkehr in den Job hören, sind teilweise haarsträubend – und das zuhauf. Mütter haben es nicht leicht, in den Job zurückzukehren! Und dabei meinen wir nicht die Geschichten, vom Bruder meines Freundes, dessen Freundin es von einer guten Bekannten gehört hat. Sondern die von unseren Freundinnen, Ex-Kolleginnen und anderen Frauen, die wir in unsere eigenen Netzwerke aufgenommen haben. Damit verschenken Firmen wertvolles Potenzial, das kein Karrierecoach oder Seminar vermitteln kann. Gut ausgebildete Mütter haben vor dem Kind einen guten Job gemacht und machen es mit Kind ebenso. Vielleicht in einigen Bereichen sogar etwas besser als vorher, dafür manchmal in reduzierter Zeit.  


Mütter sind gut für das Firmennetzwerk: Familien müssen heute häufig ohne direkten familiären Hintergrund klar kommen. Der Aufbau eines neuen Netzwerks ist meistens kein Problem, denn Kinder schaffen Kontakte ganz von allein. Egal ob Nachbarn, der alte Kollege, andere Mütter oder die Putzfrau. Mit Kind redet man wie selbstverständlich miteinander und ist bereit, Kleinigkeiten für andere zu übernehmen – vom Babysitten bis hin zum kleinen Einkauf. Mütter, die in den Job zurückkehren, treten Kollegen und Partnern in vielerlei Hinsicht toleranter gegenüber, weil sie wissen, dass jeder Kontakt u.u. wertvoll für sie sein kann und sie gehen auf neue Personen häufig offener zu.


Keine Mama ohne Multitasking:
Im Jobleben droht schnell ein Effizienzverlust, beim gleichzeitigen Ab-Arbeiten von mehreren Sachen. Häufig ist das gezielte Berabeiten eines Projekts die bessere Alternative. Mütter leben zwangsläufig Multitasking, weil es im Alltag mit Kind manchmal gar nicht anders geht. D.h. sie können auch im Job, wenn es sein muss, mindestens zwei Dinge gleichzeitig tun, ohne den Faden zu verlieren. Aber im Zweifelsfall können sie aufgrund der Alltagspraxis auch besser entscheiden, welche berufsrelevanten Tätigkeiten, die volle Aufmerksamkeit verlangen.


Mütter sind kreativ – Kein Tag ohne Plan B: Mütter lernen, die Welt mit anderen Augen zu sehen. Schnell entwickelt man mit Kind einen anderen Blickwinkel auf das persönliche Leben, der einem auch für den Job neue Perspektiven bringt. Man öffnet sich automatisch für die kleinen Dinge rechts und links der eingetreten Pfade. Für das Berufsleben heißt das, dass Mütter mit kreativen, unkonventionellen Ideen aufwarten können. Eine Projektänderung oder –stopp wirft eine Mutter nicht aus der Bahn. Die pragmatische Suche nach der nächsten Lösung ist Teil der mütterlichen DNA.


Mütter leben Self-Management: Nicht ohne Grund hat sich die Vorwerk Werbung mit der Mutter beim Bewerbungsgespräch in unsere Köpfe eingebrannt, die sagt: „Ich manage ein erfolgreiches kleines Familienunternehmen.“ Nur wer sein eigenes Management fest im Griff hat, kann den Berufsalltag und den Alltag als Mutter erfolgreich unter einen Hut bringen. Die Konzentration auf der Wesentliche gespickt durch eine Prise Pragmatismus schafft gerade für den Arbeitgeber eine bessere Effizienz. Projekte werden nicht erst delegiert, wenn es eigentlich schon zu spät ist.

 

Arbeitgeber argumentieren häufig damit, dass weniger Präsenzzeit im Büro ein Problem darstellt. Aber im Always-On-Zeitalter, in dem „Frau“ durch jede Menge digitaler Endgeräte besser vernetzt ist als je zuvor, sollte Anwesenheit im Büro nicht mehr mit Produktivität gleichgesetzt werden.

 

Liebe Firmen, lasst doch einfach häufiger die Muttis machen!!